The Baseball Hall of Fame

Ich freue mich wie Bolle, denn heute besuche ich meine zweite Ruhmeshalle, die Baseball Hall of Fame, die wie ich dachte nicht in diesem Jahr ihr 75. Jubiläum feiert, sondern erst im nächsten Jahr. Tja Heiko, wieder einmal das Kleingedruckte nicht gelesen!

Sei es drum. Nach meinem morgendlichen Ritual: Duschen, Anziehen und Vollfressen, mache ich mich für den heutigen Besuch bereit. Plötzlich ertönt die Sirene der örtlichen Feuerwehr, die nur einen Block von meinem Hotel liegt. Hoffentlich nichts schlimmes, denke ich mir, lass es nicht die Hall of Fame sein, bloß nicht, jetzt wo ich hier bin.

Brennendes Auto

Brennendes Auto

Auf dem halben Weg sehe ich den Grund des Einsatzes: ein qualmendes Auto. Personen sind zum Glück nicht zu schaden gekommen. Ein paar Fotos und ich begebe mich weiter die Hauptstraße hoch, in Richtung der Ruhmeshalle.

Die Baseball Hall of Fame wurde aus roten Ziegelsteinen erbaut, was neben den Holzhäusern eine für die Gegend typische Bauweise ist. 1939 erbaut und mittlerweile mehrfach erweitert ist der Eingangsbereich, bestehend aus drei Türen, etwas nach hinten versetzt, so dass ein kleiner Vorplatz entsteht, der links und rechts von zwei Quergebäuden eingerahmt ist, deren Giebel zur Straße weisen.

Ich mache noch einige Außenaufnahmen bevor ich den erwähnten Vorplatz erreiche. Dort angekommen, bittet mich ein weiterer Besucher um eine Aufnahme mit dessen Kamera. Im Gegenzug tut er das gleiche für mich.

Dann betrete ich das Gebäude und gelange in eine großzügige Lobby, wo ich von einer freundlichen aber sehr stark erkälteten Dame empfangen werde. Das Thema Erkältung werde ich wohl nie mehr los. Ich bezahle meinen Eintritt und los geht es.

Ich beginne wieder von oben nach unten, denn auch hier gilt es wieder drei Ebenen zu erkunden. Im zweiten Geschoss erfährt man zu Beginn die Entwicklung der Stadien. Eintrittskarten waren aufwendige Einladungen und Saisontickets eine kleine gravierte Plakette aus Silber. Es ist fantastisch wieviele Erinnerungsstücke die Leitung der Hall of Fame zusammen tragen konnte. Besonders gefällt mir die darauf folgende Abteilung über die Rekorde in den Bereichen Batting, Pitching usw., eingeleitet durch ein Porträt über Hank Aaron.

Nach den Rekorden wird die Geschichte der Playoffs behandelt. in einer Vitrine steht eine Kopie der Trophäe des World Series Champions. Jedes Jahr wird eine neue erstellt, auf der die teilnehmenden Teams der Finalserie abgebildet sind. Nur eine kleines Stück weiter sind alle bisherigen Meisterschaftsringe zu bestaunen. Was muss das für ein Gefühl sein, am Ende einer langen Saison von 162 Spielen und den finalen Serien solch einen Ring gewonnen zu haben? I mean that’s what it’s all about!

Arthur Doubleday

Arthur Doubleday

Der zweite Stock beginnt mit der Entstehungsgeschichte des Baseballs. Wo einige Forscher im englischen Rounders den Ursprung sehen, ist es für die anderen erwiesen, dass Baseball in Amerika entstanden ist und ein ehemaliger Offizier mit Namen Arthur Doubleday es war, der die ersten Regeln festlegte und niederschrieb. Es ist nicht das erste Mal, dass sich unsere Wege sozusagen kreuzten. 2005 besuchte ich das Schlachtfeld von Gettysburgh, auf dem er als Offizier der Nordstaaten teilnahm. Nun ist er dort als Denkmal verewigt.

Danach folgen die großen alten Legenden wie Babe Ruth, Mickey Mantle, Joe DiMaggio und Ted Williams und wie sie alle heißen. Auch die ehemalige Negro League ist mit einer eigenen Sektion vertreten. Insbesondere Jackie Robinson wird dort geehrt. Die ehemalige 42 der Brooklyn Dodgers war der erste farbige Spieler, der einen Vertrag von einem Profiteam bekommen hat, in einem Sport, der bis dahin von Weißen dominiert wurde.Zum Schluß gab es eine Übersicht über Ligen außerhalb der Vereinigten Staaten und aller aktuellen Vereine in der Major League Baseball.

Im Erdgeschoß kommt man dann zur eigentlichen Ruhmeshalle. Sie macht in der Tat einen beinah sakralen Eindruck. Man spürt einen Anflug von Ehrfurcht. So werden also die Legenden von Amerikas Sport Nummer 1 geehrt.

Dunkelgrüne Marmorsäulen befinden sich an den Seiten der etwa 20 m langen Halle. In den seitlichen Nischen der Halle befinden sich Plaketten für jedes einzelne Mitglied. Sie sind nach Jahrgängen geordnet. Am Ende der Halle befindet sich wie in einer Kirche ein halbrunder Raum in dem sich weitere Plaketten befinden, unter anderem der erste Jahrgang von 1936 Ty Cobb, Walter Johnson, Christy Mathewson, Babe Ruth und Honus Wagner.

Von den beiden Ruhmeshallen, die ich bisher besucht habe, war die Baseball Hall of Fame die eindrucksvollere. Die Anzahl der Gegenstände in Bezug auf die Rekorde und der alten Legenden war wirklich unglaublich. Ein tolles Erlebnis für einen Fan.

Nach etwa 5 Stunden meldet sich mein Magen: Hunger! Ich statte dem Shop des Museums einen Besuch ab und mache mich danach auf den Weg zum Hotel, um mein Zeugs loszuwerden. An der Rezeption frage ich nach einer Empfehlung für ein bestimmtes Restaurant, aber ich lande dann doch dort wo ich beabsichtigte hinzugehen: dem Tunnicliff Restaurant. Ich bestelle einen Elch Burger und einen Kürbis-Käsekuchen. Sehr lecker. Der Abend endet mit einem Spaziergang zum Doubleday-Field auf dem seit 1940 das Hall of Fame Spiel ausgetragen wird. In Gedanken plane ich meine Weiterreise. Wie komme ich von hier nach Doylestown zu meiner Schwester. Ich kenne die Route, habe aber noch keine Tickets. Naja, wir werden sehen. Morgen ist auch noch ein Tag.