Next Stop Gotham City

Die letzten Tage mit meiner Schwester und ihrer Familie sind wie im Fluge vergangen und nun geht die Reise weiter. Nächste Station: GOTHAM CITY! Seit dem letzten Batman-Film wissen wir, dass nicht New York sondern Pittsburgh die Stadt der Fledermaus ist. Okay, vielleicht übertreibe ich ein wenig, allerdings wurde an fünf Orten in Pittsburgh gedreht und damit an mehr als in jeder anderen Stadt. Besonders die Stadion-Szene mit Hines Ward auf dem zusammenfallenden Heinz-Field blieb mir dabei in Erinnerung.

Die Reise nach Pittsburgh war für mich einfacher als gedacht, da mein Schwager seinen Besuch bei seiner Familie vor Ort, so verlegt hatte, dass er mich dorthin mitnehmen konnte. So sparte ich mir die lange Busfahrt und ich konnte die Gesellschaft meiner super süssen Nichte geniessen. Oh I love her smile. Wenn Sie grinst und ihre beiden unteren Schneidezähne aufblitzen und ihre Augen leuchten. Ach ja. Der Abschied sollte mir noch schwerfallen.

Highway

Highway

So machten wir uns am Samstag um 9:00 am auf, um nach einer geschätzten Fahrzeit von etwa sechs Stunden unser Ziel zu erreichen. Einmal quer durch Pennsylvania. Mein Schwager machte es in fünf. Was auch gut war, denn auf der Rückbank eines kleinen Subarus ist es trotz einer Pause nicht wirklich ein Spass. Aber, da ist ja noch das Grinsen meiner kleinen Nichte!

Wir erreichten Pittsburgh über den Außenbezirk Bloomfield, der sogenannten Hood meines Schwagers. Ursprünglich von Deutschen gegründet, prägten nach und nach italienische Einwanderer das Bild, der ehemals eigenständigen Stadt. Die Bloomfield Rams waren das erste Profi-Team Johnny Unitas nach seiner Entlassung bei den Pittsburgh Steelers. Sorry, die Info musste ich an dieser Stelle loswerden. Vielleicht braucht ihr sie mal bei „Wer wird Millionär?“!

Unser erster Stopp war bei einem Kumpel meines Schwagers. Es sollte sich wieder einmal zeigen wie gespalten die Sichtweisen auf unsere deutsche Vergangenheit ist. Während wir  Deutschen gelernt haben unsere Militärgeschichte nicht zu glorifizieren, insbesondere die während des Nationalsozialismus, sind die Amerikaner diesbezüglich schmerzfrei. Sie selbst sind in der Regel stolz auf ihre eigene militärische Vergangenheit, was auch durchaus nachvollziehbar sein kann, wenn man den Krieg gegen das Dritte Reich für sich betrachtet. Sie zeigen aber auch Bewunderung für ihre ehemaligen Gegner, was vielleicht etwas absonderlich wirken mag, insbesondere wenn man die Verbrechen während der Nazizeit berücksichtigt.  Allerdings muss ich zugeben, dass mich diese Phase unserer Vergangenheit auch immer fasziniert hatte und ich mich hinsichtlich diverser Schlachten gut auskenne. Daher war ich schon sehr beeindruckt, als ich die Militaria-Sammlung des Kumpels präsentiert bekommen hatte. Abzeichen, Orden, Helme, Waffen und sogar komplette Uniformen deutscher Militärgattungen aller Art befanden sich darunter. Sein eigener Vater war als 18 Jähriger Sanitäter während des zweiten Weltkrieges und bekam einen bronze star verliehen für seinen Einsatz während der Ardennenoffensive der deutschen Wehrmacht (Battle of the Bulge). Mein Opa verlor einen Arm während des 2. Weltkrieges. Nicht auszudenken, wenn die beiden gegeneinander gekämpft hätten.

Da günstige Hotels in Pittsburgh rar sind, habe ich mich um eine Unterkunft über airbnb.com gekümmert. Eigentlich sah es für mich recht vielversprechend aus. Doch merkte ich schnell, dass ich von dort nicht alle Orte ohne weiteres zu Fuss erreichen würde. Die Meinung meines Schwagers war drastischer. Er hielt das Umfeld für definitiv nicht sicher, sogar für ein typisches Drogenumfeld. Äh really? Ich meine, ich wollte mich da nicht in der Nacht rumtreiben. So fackelte er nicht lange und rief in dem Hotel an, in dem er und meine Schwester übernachten wollten, dem Renaissance, und machte mir folgendes Angebot: Er bucht mir ein Zimmer für zwei Nächte und übernimmt die Kosten für eine. Äh, okay! Die Nacht 238 Dollar. Schluck. Egal ich hab ja Urlaub!

Das Hotel ist wahrlich ein Palast! Eine prächtige Lobby, alles vom Feinsten. Die Zimmer großzügig. Mein Zimmer ging nach hinten raus, das meiner Schwester und ihrer Familie hatte einen direkten Blick auf das Baseball-Stadion, so dass wir uns alle einig waren: ich werde das Zimmer für meine zweite Nacht übernehmen! Es sollte kein Problem sein.

Zum Diner trafen wir uns mit der Schwester und der Nichte meines Schwagers bei einem Italiener.

Der Tag endete mit ein zwei Bieren an der Hotelbar, während im Fersehen ein Spiel der Penguins lief. Und Morgen wird Pittsburgh erkundet.