Hockey Hall of Fame

Der vorletzte Tag meiner Reise. Heute schließt sich der Kreis mit dem Besuch meiner finalen Ruhmeshalle, der Hockey Hall of Fame. Ich bin guter Dinge und freue mich auf die Dinge, die mich dort erwarten.

Lange hatte ich überlegt, wie ich den Tag gestalten sollte. Erst zur Ruhmeshalle und dann zum CN Tower oder umgekehrt. Ich entschloss mich für ersteres, denn die Hall war ja der ursprüngliche und damit wichtigste Grund meiner Reise. Wer weiß wie groß sie ist und wie viel Zeit ich dort verbringen werde?

Draußen war bestes Herbstwetter. Die Sonne schien und eine leichte Brise bließ vom Lake Ontario durch die Stadt. Es herrschte reger Verkehr auf den Straßen und Gehwegen. Sobald man vor die Tür trat wurde man von den Massen mitgerissen. Ganz so wie in New York, schoss es mir durch den Kopf. Ich hatte Hunger un machte mich zu aller erst auf die Suche nach einer geeigneten Lokalität.

Dachkonstruktion

Dachkonstruktion

Gleich im nächsten Häuserblock war von außen ein Marché zu erkennen. Der Eingang befand sich im Innern des Blockes. Dort war alles mit einem riesigen Glasdach überdacht, dass von riesigen weißen Stahlträgern gehalten wurden, die mich in Ihrer Form an gigantische Crocket-Tore erinnerten. Im Marché suchte ich mir ein stilles Plätzchen und genoss ein ausgiebiges Frühstück. Dabei machte ich mir weitere Gedanken zur Fortsetzung meiner Unternehmungen. So war mir schnell klar, dass es ratsam wäre einen Teil meiner verbliebenen US-Dollar in kanadisches Geld umzutauschen. Du weißt nicht, was Du im Shop der Ruhmeshalle kaufen möchtest. Vielleicht ein Jersey von Sidney Crosby? Außerdem musste ich ja gestern das Zimmer im voraus in bar bezahlen.

Der Umtausch war nicht so einfach nicht so einfach. Der Besuch in einfachen Bank gab mir die Wegbeschreibung zu einer Wechselstube in der Yonge Street, ganz in der Nähe meines Hotels. Die Bank selbst wechselt nur bei Kunden ihres Instituts. Blöde Regel, aber genauso verhält es sich wohl auch bei uns. Ich fand schließlich besagte Wechselstube und tauschte besagte US-Dollar für kanadische Dollar ein.

Statur eines Goalie

Statur eines Goalie

Es war bereits 12:00 pm mittags, als ich mich endlich auf den Weg zur Hockey Hall of fame machte. Sie befand sich im selben Block wie das Marché. Diagonal von diesem befand sich ein Eingang mit der Aufschrift Spirit of Hockey. Es war der Eingang zum Shop der Ruhmeshalle. Nach einer kurzen Suche fand ich schließlich den richtigen Eingang, der sich nur eine Etage tiefer befand. Der Eintritt betrug 17,50 kanadische Dollar. Dazu nahm ich auch gleich das aktuelle Programmheft zur neusten Aufnahme-klasse für weitere 5 Dollar. Betritt man das Museum wird man von zwei großen Staturen von Hockeyspielern begrüßt. Zwei durch aus bedrohlich wirkende Typen. Jason lässt grüßen. Es gibt zwei Ebenen und ich beschließe vorerst die untere komplett abzugehen, bevor ich mich der oberen widmen werden.

Zu Beginn kann man sich viele Ausstellungsstücke von früheren Stars anschauen, die durch ihre Leistungen zu Legenden wurden. Ich entdecke Jerseys von Wayne Gretzky, Gordie Howe und Maurice Richard. Viele der Alt-Stars haben eigene Vitrinen mit diversen Erinnerungsstücken. Es ist wieder einmal bemerkenswert. Ich bestaune einen Meisterschaftsring der Pittsburgh Penguins von 2009.

Danach ging es weiter zu mehreren Schaukästen, in denen die Entwicklung der NHL anhand ihrer teilnehmenden Mannschaften erläutert wurden. Dies war sehr interessant, weil zu den einzelnen Teams teilweise entsprechende Trikots ausgestellt wurden. So war auch die Entwicklung der Eigenschaften dieser Trikots deutlich zu erkennen, von Wollpullovern zu modernen synthetischen Trikots.

Weiter ging es in einen Raum, der dem Lockerroom der Montral Canadiens nach-empfunden wurde. Anschließend konnte sich der Besucher anhand von Vitrinen über die aktuellen Mannschaften und deren Spieler informieren. Jedes Team hatte seine eigene Vitrine.

Im interaktiven Teil der Ruhmeshalle, der nun folgte, konnten sich insbesondere die Kids als Torwart oder Torjägern in entsprechenden Kabinen beweisen. Sie waren den Eisflächen in den Stadien nachempfunden und auf großen Leinwänden, denen die Kids gegenüberstanden, spielte sich die entsprechende Spielsituationen ab. Die Torjäger mussten einen Goalkeeper in seinem Tor schlagen und die Torhüter mussten entgegenkommende Pucks aufhalten. Die Pucks für die Torhüter waren teilweise schon extrem schnell und hart „geschossen“. Nahm den Kids aber nicht den Spaß.

Was ich nicht wusste, in der Hockey Hall of Fame befand sich eine weitere Ruhmeshalle. Es war die Hall of Fame des IIHF (International Ice Hockey Federation).
In ihr sind auch deutsche Spieler vertreten wie Dieter Hegen, Udo Kiessling und Erich Kühnhackl. Ich dachte, man würde sich hier nur mit der NHL befassen und mit nordamerikanischen Unterliegen. So waren die ausgestellten Erinnerungsstücke in diesem Bereich ausschließlich dem internationalen Eishockey gewidmet. Auch ein Trikot der deutschen Nationalmannschaft war zu bestaunen.

Von hier geht es in die obere Etage. Auf dem Weg dort hin leuchtet ein Photo des amtierenden Meisters, der Chicago Blackhawks. Oben angekommen erkenne ich nun wo ich bin. Es ist der von außen sichtbare klassizistische Bau, der ehemals eine Bank war. Der Raum selbst ist beeindruckend. Die Decke ist aufwändig gestaltet und hat eine eine kleine Glaskuppel mit Mosaikfenstern. Sie sorgt für ein wunderschönes Licht und verleiht dem Raum ein würdiges Ambiente. Hier werden alle Trophäen inklusive der Stanley Cup ausgestellt. Originale des Cups werden im ehemaligen Tresorraum ausgestellt. Die einzelnen Mitglieder sind auf Glasplatten verewigt, die sich über mehrere große Vitrinen verteilen. Am Kopf des Raumes befindet sich der Stanley Cup. Ein Fotograf steht mit seiner Kamera bereit, um die Besuch auf Wunsch mit dem Cup abzulichten. Die Fotos kann man dann im Store abholen.

Ich und der Cup

Ich und der Cup

Ich nehme mir ausgiebig Zeit Bilder von den Trophäen, der Spieler und dem Raum selbst zu machen. Im Vergleich ist die Hockey Hall of Fame in Toronto die kleinste Ruhmeshalle, aber das Ambiente macht diese zu einer der schönsten. Allerdings empfand ich die Darstellung der Spiele mit Hilfe einer Glasplatte doch etwas langweilig.Zum Abschluss meines Besuches musste ich mich natürlich im Shop ausgiebig umschauen. Gute Souvenirs waren leider rar. So blieb es bei ein paar Pins, einem T-Shirt und natürlich dem Foto von mir und dem Stanley Cup.

Es war nun 3:30 pm und ich musste was essen. Ich bestellte bei einem griechischen Imbiss einen Teller Gyros und eine Coke und überlegte mir in einer Stillen Ecke mein weiteres Vorgehen für den Tag. Am besten war es wohl alle Sache auf das Hotelzimmer zu bringen und anschließend die Stadt weiter zu erkunden. Den CN Tower sollte ich auf jeden Fall einen Besuch abstatten. Dort werde ich auch sonst alle mir wichtigen Bauwerke besichtigen können.

So machte ich mich nach dem Besuch des Hotels wieder auf den Weg in Richtung des Towers. Es herrschte nach wie vor ein reges Treiben auf den Straßen. Jede Menge Baustellen machten ein Vorwärts kommen nicht gerade einfach. Schließlich angekommen wurde einem erst richtig bewusst wie riesig er ist. Wahnsinnig groß!
Der Platz herum war nicht wirklich schön. Eine einzige Betonlandschaft. Dem See zugewandt war zur rechten das Rogers Center, die Heimat der Toronto Blue Jays. Der See selbst war hinter Hochhäusern versteckt. Links war das neue Aquarium. Es stand kurz vor der Eröffnung. Ich betrete die Lobby des CN Towers und checke die Preise. Es ist nicht ganz billig und ich bin auch sehr unentschlossen, ob ich hinauffahren sollte. Einerseits kann man von da oben sicherlich beeindruckende Fotos machen, andererseits ist es teuer und was ist wenn ich doch Höhenangst dort oben habe?
Mir ist nicht ganz wohl bei der Sache und in Gedanken sehe ich mich oben an eine Säule klammern und jammern. Ich kneife und beschließe am Boden weitere Erkundungen zu machen.

Ich begebe mich in Richtung des Sees und komme an einen alten Endbahnhof. Auf einer Drehscheibe konnte man damals die Lokomotiven in unterschiedliche Hallen parken. Ich mache einige Aufnahmen und gehe weiter in Richtung des Ontario Sees.
Es ist nicht einfach direkt an den See zu gelangen. Es gibt auch an dieser Stelle viele Baustellen. Zu dem sind einige Schnellstraßen zu überqueren. Da gilt es hartnäckig zu bleiben und nicht vorzeitig abzudrehen, weil die Gegend vielleicht gerade nicht sehr einladend wirkt.

Am See angekommen halte ich eine kurze Weile inne und genieße die Aussicht und Seeluft. In der ferne läuft an der Promenade Musik. Es findet dort ein kleines Konzert statt. Etwas weiter befindet sich eine weitere Veranstaltung, eine Art Pokemon-Treffen.
Wusste gar nicht, dass das noch aktuell ist. Nach einigen Aufnahmen gehe ich wieder in Richtung Stadtinnere und komme abermals aber Rogers Center vorbei. Ich nehme mir hier wieder etwas Zeit für einige Aufnahmen.

CN Tower am Abend

CN Tower am Abend

Ich möchte mich auf die Suche nach dem Wayne Gretzky’s machen. Seinem Restaurant. Wahrscheinlich ist es voll und man bekommt eh keinen Platz mehr, aber mal schauen kostet ja nichts. Dafür muss ich weiter ins Stadtinnere. Doch ich finde es nicht und die Dunkelheit bricht langsam herein. Ist wohl besser sich wieder auf den Weg zum Hotel zu machen, denke ich mir. Kurz vor dem Hotel kehre ich bei Subway ein und organisiere mir ein riesiges Sandwich. Mein Abendessen, dass ich mir genüsslich bei den nächsten Folgen The Walking Dead einverleibe.

Es war am Ende ein gelungener Tag mit wahnsinnig vielen Eindrücken. Toronto ist eine unheimlich lebendige Stadt. Es wird viel gebaut. Wie das alles wirken muss, wenn sie fertig sind. Werden sie jemals fertig? Sie ist auf jeden Fall eine Reise wert und erinnerte mich sehr stark an New York. Es war der krönende Abschluss meiner Reise. Morgen geht es wieder Richtung Heimat, nach Berlin. Ein wenig traurig darüber bin ich schon, aber ist dennoch immer wieder schön nach Hause zu kommen.