Back to Berlin

Das Ziel ist erreicht. Ich habe alle Ruhmeshallen der vier großen nordamerikanischen Sportarten einen Besuch abgestattet. Lifetime achievement completed. Ein tolles Gefühl, dass ein wenig getrübt ist, denn heute ist mein letzter Tag. Der Tag der Heimreise.

Da mein Flieger nach London erst gegen 9:00 pm starten wird, werde ich erst morgen zu Hause ankommen. Das bedeutet aber auch, dass ich noch ein wenig Zeit habe, um Toronto ein Stück weiter besser kennen zu lernen.

Ich frühstücke diesmal im Hotel und nutze anschließend wieder das WLAN auf meinem Zimmer. Wie immer muss ich bis 12:00 pm raus sein, so dass ich für meinen kleinen Ausflug in der Stadt, den Koffer wieder an der Rezeption hinterlassen möchte. Wie immer kein Problem. Mit meiner Kamera mache ich mich auf den Weg.

CN Tower im Dunst

CN Tower im Dunst

Die Sonne scheint wieder, aber der Wind in den Straßen ist deutlich kälter als gestern. Ich gehe wieder in Richtung des CN Towers. Auf dem Weg mache ich ein paar Fotos vom Turm, der ein wenig im Dunst liegt, so dass die Sonnenstrahlen an ihm gebrochen werden und einige Verläufen herum bilden. Das sieht interessant aus. Auf dem Platz vor dem Tower angekommen, bemerke ich ein reges Treiben vor dem neu errichteten Aquarium. Es ist Eröffnung. Cool, denke ich mir, dann werde ich mir das jetzt anschauen und so ein wenig dem Wind entgehen. Doch leider ist es keine öffentliche Veranstaltung uns so wird mir der Zutritt verwehrt. Heute durften nur Familien hinein, die sich wohl an der Finanzierung des Bauwerks mit Spenden beteiligt hatten. Der Hinweis nur noch heute in Toronto zu Besuch zu sein, brachte mir keine weiteren Pluspunkte. Kein Zutritt.

Ich zog weiter und kürzte meine Tour deutlich ab, der Wind war mir einfach zu unangenehm. War er mal nicht da, schwitzte man unter der Jacke. Trat er aber wieder auf, dann fror man. Das war mir lästig bzw. ich wusste nicht richtig damit umzugehen. Also zurück zum Hotel. Auf dem Weg dahin machte ich noch einen kurzen Abstecher im Hall of Fame Store und kaufte einen Pin für einen Arbeitskollegen. Der wird ihm als Hockey Fan sicherlich gefallen.

Im Hotel wollte ich mich nicht all zu lange aufhalten. Was sollte ich auch großartiges noch da tun. Ich wusste den ungefähren Standort der Haltestelle für den Bus zum Flughafen. Es war natürlich noch recht früh. Da ich aber aus Erfahrung wusste, wie lange man für ein Ticket und die Kontrollen anstehen kann, entschloss ich mich lieber jetzt zum Flughafen aufzubrechen. Wer weiß, ansonsten könnte es vielleicht problematisch werden.

Die Haltestelle war drei Häuserblöcke entfernt. Ein weiter Weg, aber auch mit dem Koffer zu bewältigen. Ich fand die Haltestelle ohne Probleme. Mein Ticket galt auch für die Rückfahrt. Ich konnte mich also beruhigt zurücklehnen und auf den Bus warten. Andere Reisende warteten bereits schon. Und der Bus kam pünktlich. Als der Busfahrer das Fahrziel erfragte wurde auch gleich die Frage nach dem Terminal geklärt. Ich konnte es mir im Bus gemütlich machen und die Fahrt zum Flughafen genießen. Als ich vor zwei Tagen in Toronto ankam war es bereits dunkel, nun konnte ich die Umgebung bei Tage beobachten.

Am Check-In-Schalter angekommen war bereits eine längere Schlange von Reisenden vorzufinden. Der ganze Vorgang schien auch endlos lang zu dauern.

Der Pearson International Airport von Toronto ist riesig. Endlos lange Gänge und große Wartehallen. In London wird man per Zug von Terminal zu Terminal gefahren. Hier sind es lange Transportbänder, die man als Passant nutzen kann. Dazwischen gibt es immer wieder kleinere Checkpoints, an denen die Flugtickets kontrolliert werden.

Yummy Burger

Yummy Burger

Ich durchstöbere die Duty-free-Läden nach geeigneten Souvenirs und werde auch fündig. Zum Beispiel verschieden kanadische Sorten Honig für meine Mutter. Für das letzte Essen in Kanada bestelle ich mir in einem Sportsdiner einen Burger und eine Coke. Der Burger schmeckt sehr gut. Den Rest der Wartezeit vertreibe ich mir, in dem ich die anderen Reisenden beobachte. Die Mitreisenden sind natürlich aus aller Herren Länder. Ich habe den Eindruck, dass viele Inder anwesend sind. Mir fällt auch eine junge blonde Frau auf. Als der Check-In beginnt, springt wie immer alles auf und stürmt los. Da nach Platznummern aufgerufen wird, bleibe ich entsprechend relaxt. Ich konnte die Hektik in solchen Fällen nie recht nachvollziehen.

Mein Platz war im hinteren Teil des Fliegers direkt an der Tür, so dass ich mich über die vorhandene Beinfreiheit freuen konnte. Allerdings, wo ist mein Monitor? Ein Flug ohne Film? Kann ja wohl nicht sein. Ich hatte mich noch nicht danach erkundigt, als mir eine Flugbegleiterin den entscheidenden Tipp gab. Sie muss meinen verdutzten Gesichtsausdruck gesehen haben. So war ich erst einmal beruhigt. Nach dem Start musste ich aber frustriert feststellen, dass der Monitor nicht geht. Verdammt!

Mein Sitznachbar entpuppte sich als Kanadier iranischer Abstammung. Wohnhaft in Toronto. Er war mit einem Kumpel unterwegs, um irgendwo Party zu machen. Ich vergaß wo. Als Jugendlicher ist er nach Kanada ausgewandert. Von Beruf war er Teppichhändler, spezialisierte sich aber im Lauf der Zeit auf die Reinigung von Teppichen. Das Geschäft liefe prächtig. Er war schon ein wenig eigenartig. Er wies mich auf die Verwandtschaft zwischen Iranern und Deutschen hin und beabsichtigte sich eine polnische Leihmutter zu suchen, da seiner Meinung nach die attraktivsten Frauen aus Polen stammen.

Nach einer Weile gingen uns die Themen aus. Er schlief und ich versuchte mich wieder am Monitor. Er funktionierte plötzlich. Was war ich froh. Programm gecheckt und World War Z gestartet. Den hatte ich im Kino verpasst. Am Ende war ich froh darüber, da er nicht wirklich gut war. Ich musste ziemlich gegen den Schlaf ankämpfen. Den Rest des Fluges schlief ich dann auch.

In London gelandet musste ich mich beeilen, denn mein Anschluss nach Berlin sollte eine Stunde später abfliegen. In der Passkontrolle waren die Schlagen endlos. Es mussten wohl mehrere Flieger gleichzeitig gelandet sein. Das wird wohl nix. Mit meinem Ticket wandte ich mich an eine Aufsichtsperson, die mich in die Express-Linie lotste. Die anschließenden Sicherheitskontrollen waren bei mir wieder besonders gründlich. Der riesige Kugelschreiber mit Elchkopf für den Sohn eines Kumpels war egal, aber der Honig, ja der Honig war problematisch. Etwas genervt fragte ich nach der Entfernung zum nächsten Gate. Der Beamte beruhigte mich. Das Gate ist nicht weit entfernt. Am Ende war die Aufregung natürlich umsonst. Mein nächster Flieger hatte Verspätung. Unter den Mitreisenden nach Berlin entdecke ich die junge blonde Frau vom Flughafen in Toronto wieder.

In wenigen Minuten landen wir in Berlin, schallt es aus dem Lautsprecher. Bestens. Meine Mutter empfängt mich am Ausgang. Etwas genervt auf Grund der Verspätung. Ich bin einfach nur happy wieder zu Hause zu sein. Sie fährt mich nach Hause und bleibt ein wenig. Bestens gegen den Jetlag. Es gilt durchzuhalten bis zum Abend, damit die Auswirkungen nicht so gravierend sind in den nächsten Tagen. Er erzähle ihr von meinen Erlebnissen und überreiche ihr mein Mitbringsel. Nach dem sie gegangen war, ging es für mich weiter. Ab in die Sportsbar und Football schauen. Heute ist schließlich Sonntag.

Das war sie, die Reise meine Träume. Wie lautet Dein Traum?